{"id":60,"date":"2026-07-30T13:20:05","date_gmt":"2026-07-30T13:20:05","guid":{"rendered":"https:\/\/seemart.de\/?p=60"},"modified":"2026-07-30T13:21:01","modified_gmt":"2026-07-30T13:21:01","slug":"arbeiten-nach-der-letzten-honigernte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/seemart.de\/?p=60","title":{"rendered":"Arbeiten nach der letzten Honigernte"},"content":{"rendered":"<style>\na {<br \/>\n    text-decoration: none;<br \/>\n    color: #464feb;<br \/>\n}<br \/>\ntr th, tr td {<br \/>\n    border: 1px solid #e6e6e6;<br \/>\n}<br \/>\ntr th {<br \/>\n    background-color: #f5f5f5;<br \/>\n}<br \/>\n<\/style>\n<div>\n<h2>Erfahrungsbericht: Meine Arbeiten nach der letzten Honigernte des Jahres<\/h2>\n<p>Nach der letzten Honigernte endet f\u00fcr mich nicht die imkerliche Hauptarbeit. Vielmehr beginnt eine besonders verantwortungsvolle Phase, in der ich die Honigqualit\u00e4t sichere, die Bienengesundheit \u00fcberpr\u00fcfe und die V\u00f6lker auf die \u00dcberwinterung vorbereite.<\/p>\n<p>Unmittelbar nach dem Abnehmen der Honigr\u00e4ume achte ich zun\u00e4chst darauf, den gewonnenen Honig schonend weiterzuverarbeiten. Wenn ich Honig im Imker-Honigglas des Deutschen Imkerbundes vermarkten will, orientiere ich mich an den Qualit\u00e4tsrichtlinien f\u00fcr \u201eEchten Deutschen Honig\u201c. Dabei ist f\u00fcr mich wesentlich, dass der Honig aus Deutschland stammt, naturbelassen bleibt, nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig erw\u00e4rmt wird und einen Wassergehalt von weniger als 18 Prozent aufweist. Au\u00dferdem muss der Honig seine honigeigenen Bestandteile behalten, insbesondere d\u00fcrfen Pollen nicht herausgefiltert werden.<\/p>\n<p>Nach dem Schleudern messe ich deshalb den Wassergehalt sorgf\u00e4ltig und dokumentiere die Charge. Ich vermeide jede unn\u00f6tige Erw\u00e4rmung, weil der Deutsche Imkerbund die Invertaseaktivit\u00e4t und den HMF-Gehalt als wichtige Qualit\u00e4tsmerkmale nennt. Ein hoher Enzymgehalt und ein niedriger HMF-Wert sprechen f\u00fcr eine schonende Gewinnung und Lagerung des Honigs.<\/p>\n<p>Parallel dazu bereite ich die Gew\u00e4hrleistung der R\u00fcckverfolgbarkeit vor. F\u00fcr mich geh\u00f6rt dazu, die Ernte, den Standort, die Schleuderung, die Lagerung und sp\u00e4ter die Abf\u00fcllung so festzuhalten, dass jede Charge nachvollziehbar bleibt. Der Deutsche Imkerbund verweist ausdr\u00fccklich darauf, dass jedes Glas \u201eEchter Deutscher Honig\u201c \u00fcber eine Kontrollnummer verf\u00fcgt, \u00fcber die Herkunft, Gewinnung und Vermarktung zur\u00fcckverfolgt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am Bienenstand selbst richte ich meinen Blick unmittelbar auf die Gesundheit der V\u00f6lker. Nach der letzten Ernte entnehme ich nicht einfach Honig und \u00fcberlasse die V\u00f6lker sich selbst, sondern kontrolliere Volksst\u00e4rke, Brutbild, Futterlage und Auff\u00e4lligkeiten am Flugloch. Diese Kontrolle verstehe ich als Teil meiner Verantwortung, denn der Deutsche Imkerbund betont im Zusammenhang mit der Varroaproblematik, dass nicht eine pauschale Behandlung als Selbstzweck entscheidend ist, sondern die dauerhafte Sicherung der Bienengesundheit.<\/p>\n<p>Besondere Aufmerksamkeit widme ich der Varroakontrolle. Ich ermittle den Befall, dokumentiere die Ergebnisse und entscheide anschlie\u00dfend auf Grundlage der Befallssituation und der geltenden Empfehlungen, ob und welche Ma\u00dfnahme erforderlich ist. Diese Vorgehensweise entspricht dem vom Deutschen Imkerbund vertretenen Gedanken, Behandlungen nach Schadschwellen und auf Basis regelm\u00e4\u00dfiger Befallskontrollen vorzunehmen.<\/p>\n<p>Wenn eine Behandlung erforderlich ist, w\u00e4hle ich nur zugelassene und fachlich empfohlene Verfahren und ber\u00fccksichtige dabei Witterung, Brutstatus, Volkszustand und Anwendungsvorgaben. Dabei ist mir wichtig, nicht schematisch zu handeln, sondern die Behandlung nachvollziehbar zu begr\u00fcnden. Der D.I.B. beschreibt im Projektzusammenhang \u201eVarroa 2033\u201c ausdr\u00fccklich den Einsatz von Varroaziden nur in Abh\u00e4ngigkeit von Schadschwellen sowie die F\u00f6rderung biotechnischer Verfahren.<\/p>\n<p>Nach der Varroakontrolle beginne ich mit der Vorbereitung auf den Winter. Ich pr\u00fcfe, ob die V\u00f6lker nach der Honigentnahme ausreichend Futterreserven besitzen, und gleiche fehlende Vorr\u00e4te aus. Dabei gehe ich behutsam vor, damit die V\u00f6lker weder in Futternot geraten noch der Brutraum unn\u00f6tig eingeengt wird. Die konkrete F\u00fctterungsmenge lege ich nicht pauschal fest, sondern abh\u00e4ngig von Volksst\u00e4rke, Beutensystem, vorhandenen Vorr\u00e4ten und regionalen Empfehlungen.<\/p>\n<p>Auch die Ordnung im Bienenvolk \u00fcberpr\u00fcfe ich sorgf\u00e4ltig. Ich achte auf eine leistungsf\u00e4hige K\u00f6nigin, ein geschlossenes Brutnest, ausreichend Bienenmasse und einen ruhigen Sitz des Volkes. Schwache oder auff\u00e4llige V\u00f6lker beobachte ich besonders eng, weil sie im weiteren Jahresverlauf ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr \u00dcberwinterungsprobleme haben k\u00f6nnen. Diese Arbeit dient dem Ziel, vitale Winterbienen aufzuziehen und die V\u00f6lker stabil in den Herbst zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Zur Arbeit nach der letzten Honigernte geh\u00f6rt f\u00fcr mich au\u00dferdem eine konsequente Wabenhygiene. Ich sortiere alte, dunkle oder besch\u00e4digte Waben aus, lagere brauchbares Wabenwerk bienendicht und verhindere R\u00e4uberei. Am Stand halte ich die Flugl\u00f6cher angepasst, arbeite z\u00fcgig und lasse keine honigfeuchten Ger\u00e4tschaften offen stehen. Diese Ma\u00dfnahmen sind f\u00fcr mich praktische Bestandteile einer sauberen, verantwortungsbewussten Betriebsweise.<\/p>\n<p>Zum Abschluss kontrolliere ich regelm\u00e4\u00dfig den Erfolg meiner Ma\u00dfnahmen. Nach einer Varroama\u00dfnahme \u00fcberpr\u00fcfe ich erneut den Befall und halte das Ergebnis schriftlich fest. Ebenso dokumentiere ich F\u00fctterung, Volkszustand und besondere Beobachtungen. Diese Aufzeichnungen helfen mir, im n\u00e4chsten Jahr fundierter zu arbeiten und bei Qualit\u00e4ts- oder Gesundheitsfragen auskunftsf\u00e4hig zu bleiben.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend empfinde ich die Zeit nach der letzten Honigernte als eine der anspruchsvollsten Phasen des Bienenjahres. Die Honigernte ist zwar der sichtbare Ertrag meiner Arbeit, doch die eigentliche imkerliche Verantwortung zeigt sich danach: Ich muss die Qualit\u00e4t des Honigs sichern, die R\u00fcckverfolgbarkeit gew\u00e4hrleisten, die Varroabelastung kontrollieren, die Futterversorgung herstellen und die V\u00f6lker so f\u00fchren, dass sie gesund in den Winter gehen. Genau darin sehe ich den Kern einer fachgerechten Imkerei im Sinne der Qualit\u00e4ts- und Gesundheitsorientierung des Deutschen Imkerbundes.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfahrungsbericht: Meine Arbeiten nach der letzten Honigernte des Jahres Nach der letzten Honigernte endet f\u00fcr mich nicht die imkerliche Hauptarbeit. Vielmehr beginnt eine besonders verantwortungsvolle Phase, in der ich die Honigqualit\u00e4t sichere, die Bienengesundheit \u00fcberpr\u00fcfe und die V\u00f6lker auf die \u00dcberwinterung vorbereite. 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